Schoppernau – das neue Jahr im Schnee einläuten

Moti mit Baggage zog es kurz nach dem Jahreswechsel in den schönen Bregenzerwald. Schon im Oktober gebucht freuten sich alle sehr, dass sie aus dem Tristen Grau in sonnige Gefilde mit viel Schnee und Wanderspaß ziehen konnte.

Genächtigt wurde im Hotel Elisabeth in Schoppernau. Eine überschaubare Größe, Frühstück mit Produkten aus der Region inklusive, ein kleiner Wellnessbereich und – das Wichtigste – „Hunde willkommen“ waren entscheidend für diese Unterkunft. Das ist im Umkreis in den Hotels nicht gerade die Regel. Für Mehrhundehalter ist ein Hotelzimmer wegen der Abgabe pro Hund und Nacht vermutlich kaum bezahlbar. Wir konnten sogar entscheiden, ob wir Moti mit zum Frühstück nehmen wollen, dann hätten wir in einem Nebenraum vom Büffet gegessen. Jedoch war es uns gerade recht, wenn der kleine Fuchs nach der Morgenrunde und Frühstück noch eine Runde pennen konnte, bevor wir zur jeweiligen Tageswanderung aufbrechen.

Am westlichen Ortsrand von Schoppernau gelegen, konnte sogar fußläufig zu den meisten Wanderungen gestartet werden. Schon auf der Hinfahrt hielten wir wenige Kilometer vor dem Ziel an, um direkt vom Hochtannbergpass zum Körbersee zu wandern. Der Parkplatz an der Skipiste der Salober-Lifte gab es einen gespurten Wanderweg. Rund 5 Kilometer und 180 Höhenmeter galt es zu bewältigen. Immer wieder die Skipiste und Langlaufloipe im Blick, gab es – neben der schönen Landschaft – stets etwas zu sehen. Für uns als Gipfeljäger ungewohnt: Die Strecke geht beständig auf und ab und das teilweise steil. Am Hotel Körbersee gab es noch eine kurze Erfrischung, bevor wir die Extra-Meile um den kleinen, völlig zugeschneiten, Körbersee liefen und den Rückweg antraten.

Nach der ersten Nacht im viel zu bequemen Bett des Hotels verbrachten wir ein paar Stunden auf dem Zimmer: Das Wetter war regnerisch und sollte zum Nachmittag in Schnee übergehen. Einmal ohne Stress einfach zu lesen ist eine Rarität geworden, die gerne genutzt wurde. Mittags wurde dann zur Arme-Seelen-Kapelle aufgebrochen (etwa 6 km, 200 hm). Eine Wanderung im Tal zu einer kleinen im 19. Jahrhundert von einem Mann erbauten Kapelle. Nach dem Regen war es uns zu riskant, uns in die Höhe zu wagen. Da reichten schon die etwa 100 Stufen in Serpentinen durch den Wald am Abschluss des Hinwegs. Ohne Wanderstöcke wäre das eine Rutschpartie geworden. In der Kapelle wurde dann kurz gevespert, zwei Kerzen entzündet und beobachtet, wie der Schnee vor den Fenstern fällt. Zurück im Hotel wurde der Wellnessbereich getestet und für gut befunden.

Tag 3: Schon am Morgen strahlend blauer Himmel, zapfige Kälte und gute Laune. Es ging zur Bergkristallalpe (ca. 11 km, 420 hm). Ab Au wurde losgelaufen. Den anfangs asphaltierten Weg betrat man vor lauter Eis lieber nicht, schließlich hatten wir zusätzliches Gewicht dabei: Ins Tal sollte gerodelt werden. Moti sprang – wie immer – fröhlich voraus und wir staunten über die wunderbare Schneelandschaft. Der Schnee vom Vortag hing schwer in den Bäumen, die Luft war kalt und die Sicht wahnsinnig klar. Als ein Päuschen gemacht wurde und Fraule Fotos machen wollte, war die Enttäuschung groß: Das Handy lag noch im Auto! An so vielen Stellen beim Aufstieg kam ein „Ach, das wäre jetzt ein tolles Foto“ auf, bald wurde dieser Spruch zum Witz des Tages. Die Schlitten ließen sich gut ziehen, der Anstieg war konstant aber mäßig. Nach ¾ der Strecke lichtete sich der Wald und der Blick auf ein wunderschönes winterliches Hochtal im gleißenden Sonnenschein eröffnete sich. Nach mehreren Serpentinen sah man erste kleine, winterfest zugenagelte Hütten und eine wunderbar geschnitzte Kapelle. Bald darauf kamen wir an der Bergkristallhütte an. Dort waren die zwei Hunde – eine trächtige Jagdhündin und eine junge Retrieverdame – sehr aufdringlich und ließen Moti nicht in Ruhe, weshalb wir bald von der kleinen Sonnenterrasse in die Hütte wechselten. Dort wurde lecker gespeist und ein kleiner Bergkristall erstanden – irgendwas muss man ja dann doch mitnehmen, wenn schon keine Bilder. Bergab ging es wahnsinnig flott: Die Bobs rutschten, teilweise

fast zu schnell auf eisigen Abschnitten. Moti lief fleißig mit. Der letzte Abschnitt vor dem Tal erforderte dann Vorsicht und Sicherheitsabstand. Die Piste war oberflächlich gefroren und so war das Bremsen und Lenken Schwerstarbeit.

Tag 4: Schneeschuhwandern. Herrchen sprach schon so lange davon und diesen Winter wollten wir es ausprobieren. Einen Steinwurf vom Hotel entfernt liegt die Talstation der Gondelbahn zum Diedamskopf. Dort wurden zwei Paar Schneeschuhe ausgeliehen, dann Tickets für die Gondelbahn gekauft und hoch zur Gipfelstation gefahren. Beim Einstieg noch etwas verkrampft, entspannte sich Moti bald in der Bahn. Selbst, dass an der Mittelstation Kinder einstiegen und er die ganze Zeit auf Frauchens Schoß ausharren musste, waren kein Grund für Aufregung. Vom Hotel hatten wir Ermäßigungskarten für die Bahn erhalten und Moti durfte kostenlos mitfahren. Nach einem Maulkorb wurde nicht verlangt. Oben angekommen, ging es mit den Schneeschuhen erst einmal zum Gipfel des Diedamskopfs. Die Aussicht in Richtung Norden zeigte, dass das Flachland Deutschlands Hochnebel hatte. Richtung Süden konnte man nur mit Sonnenbrille schauen: Die Sonne lachte über unzählige verschneite Gipfel. Weiter ging es am Rand der Piste – wir waren die ersten Schneeschuhwanderer der Saison und liefen auf jungfräulich gespurtem Weg – in Richtung Osten. Auf Höhe des Kaskers verließen wir die gespurten Wege und gingen, den Spuren von Tourenki folgend, in Richtung Neuhornbachhaus. Der erste Kamm war schwerlich zu erklimmen, so steil und tief war der Schnee. Nur Moti machte seine Sache fabelhaft, aber was erwartet man schon bei 10kg mit Quattro-Antrieb? Dafür wurden wir im Anschluss mit einer herrlichen Ruhe und unberührten Schneefeldern belohnt. So hatten wir uns das Schneeschuhwandern vorgestellt. Abseits der Piste konnte Moti nun auch endlich ohne Leine laufen und Fraule bremste das gesamte Team aus, weil es ständig stehenblieb und Fotos machen musste. Als es einmal nach Moti pfiff, schallte es dermaßen zwischen den Gipfeln, dass fortan nur noch leise gerufen wurde. Man will ja nicht die gesamte Tierwelt vor Ort verschrecken. Im Neuhornbachhaus mit seinem überaus freundlichen Wirt – Hunde sind ihm die liebsten Gäste – stärkte sich das Dreiergespann dann und saß zufrieden in der Sonne. Herrchen entschied sich für einen Abstieg per Pedes. Fraule quatschte noch locker eine Halbe Stunde mit dem Wirt und lieh sich dann einen Rodel, um mit Moti als Begleiter flott hinterher zu kommen.

Den letzten Tag gingen wir in Ruhe an. Nach Packen und ausgiebigem Frühstück schlenderten wir durch Schoppernau und stöberten etwas in den Läden. Wir erstanden an diesem Tag noch eigene Schneeschuhe und einen größeren Rucksack für Fraule, die ja auch die Hundeausstattung immer mitträgt. Nach einem überaus gelungenen Urlaub und dem Entschluss, mit Sicherheit einmal wieder in dieses schöne Tal zu fahren, ging es dann wieder nach Hause.